Donnerstag, 24. Juli 2014

Auf dem Eifelsteig nach Manderscheid (27km)


Am Morgen komme ich mit meiner Pensionswirtin ins Gespräch. Sie erzählt mir, dass ihre Pension früher – 1959 -  eine Scheune war. Der Vater ihres Mannes war noch Landwirt und Waldarbeiter. In Daun – Neunkirchen gibt es kaum Leerstand. Die alten Häuser an der Hauptstraße wurden von Neuzugezogenen  - z. B. aus dem Raum Düsseldorf - renoviert,  saniert und sind inzwischen schon wieder an neue Besitzer verkauft.  Aber günstig müsse der Preis trotzdem immer sein – sonst wird es schwierig. Als ich später den Ort verlasse und die vielen alten Scheunen-  und Stalltüren als Überbleibsel bäuerlicher Vergangenheit sehe, muss ich an ihre Worte denken.
Ich habe zunächst Schwierigkeiten, den Einstieg in den Eifelsteig zu finden und kreise zweimal durch Neunkirchen. Das passt mir gar nicht, denn die Etappe ist diesmal lang – etwa 27km.
Zunächst muss ich nach Daun (4,9 km), um dann die Tour nach Manderscheid so richtig zu beginnen. Highlight des Tages sind die drei Dauner Maare – alle so vor 10500 Jahren als Folge einer vulkanischen Gasexplosion entstanden.
Das Weinfelder Maar

Das Schalkenmehrer Maar

Das letzte der Maare – das Schalkenmehrener Maar – überrascht mit einem netten kleinen Wanderort mit breitem Angebot an Gastronomie und Wohlfühlquartieren. Als ich begeistert ein altes Fachwerkhaus fotografiere, ist der Eigentümer gerade mit Blumengießen beschäftigt und erzählt: Dies ist das älteste Haus Schalkenmehrens – von etwa 1560. Er stammt nicht vor hier, kam aber früher schon zu Besuch und kaufte es, als es in heruntergekommenem Zustand war, z. B. hat der Vorbesitzer Aluminiumfensterrahmen eingebaut. 
Das älteste Haus Schalkenmehrens - liebevoll restauriert

Das Haus sollte eigentlich sogar abgerissen werden – damit die Busse besser wenden können. Die alten Besitzer kauften sich ein Haus im Neubauviertel. Inzwischen ist Schalkenmehren stolz auf dieses historische Gebäude und jeder fotografiert es.
Als ich Schalkenmehren verlasse, beginnen langsam dunkle Wollen aufzuziehen.  begleiten mich in den nächsten Stunden, sorgen für ausdrucksstarke Himmelsbilder und schließlich für den ersten, kleinen Regenguß.
Ein Gewitter kündigt sich an ...



 Dabei bleibt es nicht – immer wieder macht sich Donnergrollen bemerkbar – die letzten 9 km bis Manderscheid ziehen sich hin, zumal der Weg immer wieder neue Auf und Abs bietet.
Inzwischen geht der Weg wieder durch Wälder und durch das Tal der Lieser. Hier gibt es oftmals nur einen Pfad, der sich eng an die Felsen schmiegt.


Ein für die Strecke typischer Waldabschnitt


Im Liesertal



 Lange Zeit ist von einer Ansiedlung gar nichts bemerkbar – plötzlich sehe ich das erste Haus. Und tatsächlich, es ist meine Hotelunterkunft für diese Nacht! Glücklich beziehe ich mein Zimmer, dusche und lege die Beine noch! Am Abend kann ich im Hotel essen. Viel Auswahl gibt es nicht, aber mich macht jetzt jedes Essen zufrieden. Die Hotelbesitzerinnen sind zwei Niederländerinnen, die sich vor neun Jahren entschieden haben, dieses alte Gebäude zu übernehmen, der Aussicht auf  den nahen Burgberg wegen. Die Inneneinrichtung ist etwas ältlich, aber das wird überstrahlt durch den Charme der beiden Inhaberinnen. Es kommen anscheinend auch viele Gäste aus Manderscheid hier herauf zum Essen. Alternativen scheint es nicht viele zu geben. 
... Allmählich werde ich müde, der Wandertag war doch recht lang …



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