Die heutige Etappe soll mich in nur 18km zum Kloster
Himmerod bringen. Die meiste Zeit führt der Weg auf echten Wanderpfaden durch
das Liesertal, über felsige Stellen und durch Waldgebiete. An vielen Stellen
überraschen schöne Aussichtspunkte, so dass ich immer wieder innehalten muss.
Blick auf eine der Manderscheider Burgen am Beginn des Etappenweges
Auf dem Lieserpfad
Die Lieser höchstpersönliche
Heute begegne ich mehr Wanderern als sonst und so ergeben
sich viele Seitengespräche. Ein Paar aus Belgien so um die 60 trainiert hier für
einen Nepalaufenthalt und trägt darum das ganze Gepäck auf dem Rücken. Mehrfach
kreuzen uns unsere Wege und wir fotografieren uns gegenseitig.
Dank an meine Fotografen!
... und auch solche Begegnungen gibt es ...
Ich glaube mir Zeit lassen zu können – es sind ja nur 18km
und die Sonne scheint. Doch der Weg zieht sich – einige Aufstiege und
vorsichtigere „Kletterpartien“ brauchen einfach Zeit. So kommt es, dass der Regen mich
unvermutet einholt. Als ich etwa 3 km vor dem Ziel über eine hoch
gelegene Wiesenfläche wandere, ziehen schwarze Wolken auf, die sich schnell verdichten.
Kurz vor dem Regen ....
Hier gibt es auch nirgendwo eine
Schutzmöglichkeit. Ich ziehe Regenjacke und – hose an und hoffe, dass meine
Ausrüstung diesmal besser dicht hält.
Weit und breit kaum höhere Gewächse – erst versuche ich an einem hohen
Strauch in Deckung zu gehen, dann spurte ich zu einem kleinen Obstbaum. Hier
warte ich etwa eine Dreiviertelstunde – doch der Regen plattert und plattert.
Als es laut krachend zu donnern beginnt, renne ich Richtung Wald – bloß nicht
mehr auf dieser Ackerfläche sein! Nun geht es 30 Minuten weiter durch den Wald
– bis ich endlich zum Kloster komme.
Kloster Himmerod liegt idyllisch und vermittelt – am nächsten
Tag bei Sonne – einen einladenden Charakter. Dort leben noch etwa 10 Brüder, Zisterzienser, die
versuchen, Gelder für den Erhalt dieses riesigen Bauwerkes aufzubringen. Dabei
spielen Seminare und Besinnungstage für Gäste eine besondere Rolle. Ich spreche
z.B. mit drei Herren – alle so um die 65 -, die ganz begeistert von dem
spirituellen Geist sind und jedes Jahr für eine Woche nach Himmerod kommen.
Als Wanderunterkunft finde ich es jedoch nicht so geeignet.
Das Frühstück wird recht spät angeboten,
ein TV auf dem Zimmer und WLAN vermisse ich auch. Besonders macht mir zu
schaffen, dass der Transfer zum Etappenausgangspunkt des nächsten Tages so spät stattfindet, dass ich erst um 9:30
meine Wanderung beginnen kann. In der
Klostergaststätte klage ich anderen Wanderern „mein Leid“ – echte Wanderer
verstehen das, die religiös Suchenden empfehlen mir, mich doch auf die
Klosteratmosphäre einzulassen. Mit
diesen Ratschlägen gehe ich schlafen!
(Der Blogeintrag
musste aufgrund mangelnder Netzverbindung nachträglich online gesetzt werden).
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