Sonntag, 27. Juli 2014

Auf dem Eifelsteig nach Himmerod (18km)


Die heutige Etappe soll mich in nur 18km zum Kloster Himmerod bringen. Die meiste Zeit führt der Weg auf echten Wanderpfaden durch das Liesertal, über felsige Stellen und durch Waldgebiete. An vielen Stellen überraschen schöne Aussichtspunkte, so dass ich immer wieder innehalten  muss.
Blick auf eine der Manderscheider Burgen am Beginn des Etappenweges

Auf dem Lieserpfad

Die Lieser höchstpersönliche


Heute begegne ich mehr Wanderern als sonst und so ergeben sich viele Seitengespräche. Ein Paar aus Belgien so um die 60 trainiert hier für einen Nepalaufenthalt und trägt darum das ganze Gepäck auf dem Rücken. Mehrfach kreuzen uns unsere Wege und wir fotografieren uns gegenseitig.
Dank an meine Fotografen!

... und auch solche Begegnungen gibt es ...

Ich glaube mir Zeit lassen zu können – es sind ja nur 18km und die Sonne scheint.  Doch  der Weg zieht sich – einige Aufstiege und vorsichtigere „Kletterpartien“ brauchen einfach Zeit.  So kommt es, dass der Regen mich unvermutet  einholt.  Als ich etwa 3 km vor dem Ziel über eine hoch gelegene Wiesenfläche wandere, ziehen schwarze Wolken auf, die sich schnell verdichten.  

Kurz vor dem Regen ....


Hier gibt es auch nirgendwo eine Schutzmöglichkeit. Ich ziehe Regenjacke und – hose an und hoffe, dass meine Ausrüstung diesmal besser dicht hält.  Weit und breit kaum höhere Gewächse – erst versuche ich an einem hohen Strauch in Deckung zu gehen, dann spurte ich zu einem kleinen Obstbaum. Hier warte ich etwa eine Dreiviertelstunde – doch der Regen plattert und plattert. Als es laut krachend zu donnern beginnt, renne ich Richtung Wald – bloß nicht mehr auf dieser Ackerfläche sein! Nun geht es 30 Minuten weiter durch den Wald – bis ich endlich zum Kloster komme. 



Kloster Himmerod liegt idyllisch und vermittelt – am nächsten Tag bei Sonne – einen einladenden Charakter. Dort leben  noch etwa 10 Brüder, Zisterzienser, die versuchen, Gelder für den Erhalt dieses riesigen Bauwerkes aufzubringen. Dabei spielen Seminare und Besinnungstage für Gäste eine besondere Rolle. Ich spreche z.B. mit drei Herren – alle so um die 65 -, die ganz begeistert von dem spirituellen Geist sind und jedes Jahr für eine Woche nach Himmerod kommen.
Als Wanderunterkunft finde ich es jedoch nicht so geeignet. Das Frühstück wird recht spät angeboten,  ein TV auf dem Zimmer und WLAN vermisse ich auch. Besonders macht mir zu schaffen, dass der Transfer zum Etappenausgangspunkt des nächsten Tages  so spät stattfindet, dass ich erst um 9:30 meine Wanderung beginnen kann.  In der Klostergaststätte klage ich anderen Wanderern „mein Leid“ – echte Wanderer verstehen das, die religiös Suchenden empfehlen mir, mich doch auf die Klosteratmosphäre einzulassen.  Mit diesen Ratschlägen gehe ich schlafen!

 (Der Blogeintrag musste aufgrund mangelnder Netzverbindung nachträglich online gesetzt werden).

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