Montag, 21. Juli 2014

Auf dem Gerolsteiner Keltenpfad bei Regenguss


Nach den Wetterinfos auf dem Smartphone sind für heute 80 % Regenwahrscheinlichkeit angesagt. Am Morgen im Hotel schwärmt noch ein Eifelsteig Wanderer, der nach Daun will, von seinen Goretex Schuhen. Hab ich auch, aber meine Erfahrungen sind da doch durchmischt. Doch seine Zuversicht macht mich entschlossen, gleich meine Ausrüstung einem Test zu unterziehen und  so starte ich kurze Zeit später auf dem Themenweg „Gerolsteiner Keltenpfad“.
Es sind etwa 18 Grad, als ich zur „Löwenburg“ hochsteige. Als ich durch die Ruinen der Burg aus dem 12. Jahrhundert wandele, beginnt ein sanfter, noch kaum merklicher Regen.
Auf der Löwenburg

Der leichte Regen stellt erst mal noch kein Problem dar, die Bäume halten zusätzlich noch einiges ab, und ich entscheide mich gegen das Anziehen meiner  Regenjacke.
Die Regenwolken werden dichter ...

Mein nächstes Ziel ist der „Heiligenstein“, wiederum  Dolomitfelsen, an denen gut die Verkarstung (Einschnitte in den Felsen durch Zerbröselung) zu erkennen sind.

Am Heiligenstein

Auf dem Weg zur Dietzenley – mit 618 m die höchste Erhebung im Gerolsteiner Land – begegnen mir drei fröhliche Niederländer, die heute auf dem Eifelsteig nach Daun wollen. Ich sehe zweifelnd die kurzen Hosen der gut gelaunten Gruppe und ihre winzigen Rucksäcke an – nach Regenausrüstung sehen die nicht aus. Dabei haben sie mindestens noch 6 Stunden Weg vor sich! Wie andere Wanderer die Wetterthematik handhaben, ist immer wieder spannend. Wir tauschen Handschläge („Give me five“, meint einer der Herren) und ziehen in entgegengesetzte Richtungen weiter.
Vom Aussichtsturm der Dietzenley kann man bei diesem regenfeuchten Wetter nichts sehen, aber er taugt für eine kleine Rast als Unterstand. Die Kelten hatten hier vor 2500 Jahren eine Burg, daher der Name des Themenweges. Als ich mich wieder auf den Weg mache – die Regenjacke habe ich längst an – treffe ich ein anderes, leicht bekleidetes Wanderpaar. 

Frische Farben im "Regenwald"

Es ist wohl das Beispiel dieser sorglosen Reisenden, dass ich meine Regenhose nicht rechtzeitig anziehe. Als der Regen nun mit Vehemenz einsetzt, ist es zu spät: Die Hosenbeine sind eh schon nass. Ich versuche mich unter Bäumen ein wenig in Deckung zu bringen, aber der Regen prasselt immer stärker und bald bin ich ziemlich durchnässt. Eine Stunde lang warte ich vergebens auf das Aufhören – oder wenigsten Nachlassen – der Sintflut. Es hilft alles nichts – es wird nicht trockener. Also mache ich mich wieder auf den Weg, bin ja sowieso schon nass. Leider merke ich nach einer halben Stunde, dass nun auch Wasser in einen, dann in den zweiten Schuh gekommen ist (So viel zum Thema Goretex). Es ist wirklich ecklig, mit Wasser im Schuh zu laufen. Wie es jetzt wohl den Niederländern geht? Etwa eine Stunde brauche ich noch, um Gerolstein zu erreichen – total durchnässt, denn auch das Laminat der Regenjacke muss versagt haben. Oder ist das Wasser am Halsverschluss eingedrungen?

Kurz bevor es so richtig mit dem Regenguss losgeht ...

Im Hotel angekommen, zeigt der Blick auf das Wetter App, das auch die nächsten drei Tage Regen und Gewitter angekündigt werden. Wie soll das werden, wenn ich erst so richtig von Ort zu Ort wandere?
Ich beschließe mir im Ort ein neues paar Schuhe zu kaufen – das ist bei einer Wanderung zwar auch ein Risiko, aber mit so feuchten Schuhen (der Föhn kann gar nicht alles wegtrocknen), werde ich bestimmt nicht froh. Auch meine „wasserdichte“ und atmungsaktive Regenjacke will ich erneuern. Vielleicht war sie einfach schon zu alt. In den Sportgeschäften in Gerolstein werde ich sehr nett beraten. Die nächsten Tage werden zeigen, ob ich gut gekauft habe. Ich fühle mich jedenfalls besser gewappnet. 

Jetzt noch den Abend in der Pizzeria ausklingen lassen …




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