Montag, 28. Juli 2014

Auf dem Eifelsteig von Bruch nach Kordel (28 km)


Heute steht die längste Etappe des Eifelsteiges an! In Bruch, dem Startpunkt, ist es gegen 9 Uhr noch vergleichsweise kühl – doch das soll sich an diesem Tag schnell ändern. Die Strecke über Gladbach und Grevenrath wird von offenen Äckern dominiert. In Grevenrath beeindruckt mich die alte Dorfschmiede, die  zwischen 1950 – 1975 in Funktion war. Wie anders muss damals  die Arbeit auf den Feldern gewesen sein, als noch häufig Pferde eingesetzt wurden.


Bei Zemmer geht der Weg wieder mehr durch den Wald. Als ich Rast auf einer Bank mache, fallen mir die vielen Raupen auf. Ein paar  tauchen wie aus dem Nichts auf, sitzen plötzlich auf meinem Rucksack und neben mir auf der Bank – als ich eine daran hindern will, auf mein Bein zu kriechen und dabei berühre, krümmt sie sich und bleibt bewegungslos liegen. Hoffentlich habe ich ihr nichts getan! Doch nein, das ist wohl nur ein Tot- Stell – Reflex. Nach einigen Minuten kriecht sie wieder schnell weiter.
Was für ein Schmetterling wird einmal aus dir?

Ein Teilstück des Eifelsteiges folgt dann dem „Römerweg“. Hierbei handelt es sich um eine 72km lange Strecke, die dem Verlauf einer früheren römischen Umfassungsmauer um eine 220km² kaiserliche Gutsanlage folgt. Das Gut gehörte Kaiser Valentinian I, der einige Jahre in Trier residierte. Klingt recht beeindruckend. Was man davon sieht, sind im Wesentlichen große Trittsteine.
Unscheinbar, aber bedeutsam - ein Römerstein

Inzwischen prallt die Sonne so auf die Mais- und Getreideäcker, dass es  mühselig ist, voranzukommen.  Hinweisschilder auf ein „Cafe am Eifelsteig“ lassen bei mir den Wunsch nach einem großen Eis aufkommen. Doch ich kann das Cafe nicht entdecken. Am Abend höre ich von anderen Wanderern, dass es heute – am Sonntag – Ruhetag hat.
Ich bin froh, als ich auf eine Schattenbank unter einem dichten Haselnussbaum stoße. Hier lege ich mich erst mal eine halbe Stunde hin!
Nach der Pause fällt mir das Aufstehen und Weitergehen doch schon etwas schwerer – die Länge des Weges fordert einen Tribut. Auf den letzten Kilometern wird der Weg wieder zum schmalen Steig, der oberhalb des Kyllradweges  entlangführt. Hier sind viele Bäume bei einem Sturm der letzten Tage umgefallen und behindern das Vorankommen. Doch die Nähe zu den Buntsandsteinfelsen entschädigt.


Die letzten 2km entscheide ich mich aber doch für den Radweg. 
In meinem Hotel am Park werde ich sehr freundlich empfangen.  Auf der Terrasse bekomme ich nun auch das ersehnte Eis und später  einen leckeren Bauernsalat. Der Abend ist perfekt, als das nette Ehepaar aus der Moselgegend, das ich vor zwei Tagen in Himmerod kennengelernt habe, auftaucht und wir unsere Wandererlebnisse miteinander teilen.

Endlich!



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