Heute steht die längste Etappe des Eifelsteiges an! In
Bruch, dem Startpunkt, ist es gegen 9 Uhr noch vergleichsweise kühl – doch das
soll sich an diesem Tag schnell ändern. Die Strecke über Gladbach und
Grevenrath wird von offenen Äckern dominiert. In Grevenrath beeindruckt mich die
alte Dorfschmiede, die zwischen 1950 –
1975 in Funktion war. Wie anders muss damals die Arbeit auf den Feldern gewesen sein, als
noch häufig Pferde eingesetzt wurden.
Bei Zemmer geht der Weg wieder mehr durch den Wald. Als ich
Rast auf einer Bank mache, fallen mir die vielen Raupen auf. Ein paar tauchen wie aus dem Nichts auf, sitzen
plötzlich auf meinem Rucksack und neben mir auf der Bank – als ich eine daran
hindern will, auf mein Bein zu kriechen und dabei berühre, krümmt sie sich und
bleibt bewegungslos liegen. Hoffentlich habe ich ihr nichts getan! Doch nein,
das ist wohl nur ein Tot- Stell – Reflex. Nach einigen Minuten kriecht sie
wieder schnell weiter.
Was für ein Schmetterling wird einmal aus dir?
Ein Teilstück des Eifelsteiges folgt dann dem „Römerweg“.
Hierbei handelt es sich um eine 72km lange Strecke, die dem Verlauf einer
früheren römischen Umfassungsmauer um eine 220km² kaiserliche Gutsanlage folgt.
Das Gut gehörte Kaiser Valentinian I, der einige Jahre in Trier residierte.
Klingt recht beeindruckend. Was man davon sieht, sind im Wesentlichen große
Trittsteine.
Unscheinbar, aber bedeutsam - ein Römerstein
Inzwischen prallt die Sonne so auf die Mais- und Getreideäcker,
dass es mühselig ist, voranzukommen. Hinweisschilder auf ein „Cafe am Eifelsteig“
lassen bei mir den Wunsch nach einem großen Eis aufkommen. Doch ich kann das
Cafe nicht entdecken. Am Abend höre ich von anderen Wanderern, dass es heute –
am Sonntag – Ruhetag hat.
Ich bin froh, als ich auf eine Schattenbank unter einem
dichten Haselnussbaum stoße. Hier lege ich mich erst mal eine halbe Stunde hin!
Nach der Pause fällt mir das Aufstehen und Weitergehen doch
schon etwas schwerer – die Länge des Weges fordert einen Tribut. Auf den
letzten Kilometern wird der Weg wieder zum schmalen Steig, der oberhalb des
Kyllradweges entlangführt. Hier sind
viele Bäume bei einem Sturm der letzten Tage umgefallen und behindern das
Vorankommen. Doch die Nähe zu den Buntsandsteinfelsen entschädigt.
Die letzten
2km entscheide ich mich aber doch für den Radweg.
In meinem Hotel am Park werde ich sehr freundlich
empfangen. Auf der Terrasse bekomme ich
nun auch das ersehnte Eis und später einen leckeren Bauernsalat. Der Abend ist
perfekt, als das nette Ehepaar aus der Moselgegend, das ich vor zwei Tagen in
Himmerod kennengelernt habe, auftaucht und wir unsere Wandererlebnisse
miteinander teilen.
Endlich!
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